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Portugal
1:0 Verl.
Frankreich Letztes Länderspiel: SO. 10.07.2016, 21 Uhr - EM Finale
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Fußball EM 1992 – Dänemark wird Europameister

Fußball-EM 1992: Der Fastfood-Sieger aus Dänemark

Die Europameisterschaft 1992 in Schweden war wohl eine der kuriosesten in der EM-Geschichte. Und das nicht alleine deswegen, weil sie mit einem Überraschungssieger endete, den niemand, aber auch wirklich kein Experte auf dem Zettel hatte. Dänemark zündete Danish Dynamite. Deutschlands Nationalteam war das Leidtragende – und verlor das EM-Finale 2012. Interessant wie einzigartig ist aber ebenfalls ein Blick viele Monate zurück auf die Qualifikation dieser beiden Finalisten.

Dänemark wird durch ein 2:0 gegen Deutschland am 26.Juni 1992 in Gothenburg Fußball-Europameister (Foto AFP)
Dänemark wird durch ein 2:0 gegen Deutschland am 26.Juni 1992 in Gothenburg Fußball-Europameister (Foto AFP)

Denn eigentlich hätte die DFB-Auswahl im Rahmen der EM-Quali auch auf die DDR treffen sollen. Aber die deutsche Wiedervereinigung machte dem erwarteten „Kampf der Systeme“ – und damit war nicht die Taktik beider Teams gemeint – einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Also wurde die deutsche Gruppe 5 kurzerhand von fünf auf vier Nationalmannschaften reduziert. Dänemark hingegen verpasste die Qualifikation in der Gruppe 4. Wegen des Jugoslawienkrieges allerdings wurde dessen Nationalteam von der Endrunde ausgeschlossen. Also rückten die Dänen nach.

So lief die EM-Qualifikation für Deutschland

Letztmalig sollte 1992 die EM-Endrunde mit nur acht Nationen ausgetragen werden. Das bedeutete also: Die Qualifikation hatte es in sich und hielt so manche Überraschung parat. Beispiele gefällig? In der Gruppe 3 etwa setzte sich die Sowjetunion gegen Italien durch. Der direkte Vergleich endete zwei Mal torlos, die Squadra Azzurra verlor allerdings 1:2 in Norwegen und leistete sich zwei weitere Remis. Das war zu wenig, um nach Schweden zu fahren. In der Gruppe 1 gewann Frankreich alle acht Matches, auch jene gegen Spanien. In der Gruppe 2 setzten sich etwas überraschend die Schotten durch und ließen die Schweiz wie auch Rumänien hinter sich.

Deutschland ging mit einem Punkt Vorsprung auf kampfstarke Waliser über die Ziellinie, während sich unsere Nachbarn aus den Niederlanden in der Gruppe 6 durchsetzten und Portugal abschüttelten. Die Gruppe 7 schließlich sah einen erbitterten Dreikampf zwischen England (9:3 Punkte), Irland (8:4) und der Türkei (7:5). Am Ende jubelten die Three Lions. Und Dänemark? Nun, wie angemerkt mussten sich die Skandinavier mit Platz zwei zufrieden geben, obwohl sie in Jugoslawien sogar 3:1 siegten. Aber ein so nicht eingeplantes 1:1 in Nordirland kostete sie den Spitzenplatz. Der Urlaub war also schon gebucht, als die UEFA entschied, Jugoslawien von der Endrunde auszuschließen und die Dänen nachrücken zu lassen.

Turnierverlauf Euro 1992: Die Endrunde

Am 10. Juni 1992 fiel der Startschuss zur neunten Fußball-EM in Solna. Im Rasundastadion rang Gastgeber Schweden den in der Qualifikation so starken Franzosen ein 1:1-Unentschieden ab. Schweden besiegte anschließend Dänemark (1:0) und auch die Three Lions aus England (2:1), zog somit als Gruppenerster souverän ins Halbfinale ein. Mehr geht nun wirklich nicht. Der Kampf um das zweite Ticket für die Vorschlussrunde war da schon umkämpfter. Nach einem 0:0 zum Auftakt gegen England reichte Dänemark ein 2:1 gegen die Equipe Tricolore. Denn Franzosen und Engländer standen sich im direkten Duell gegenseitig im Weg, spielten 0:0 – und fuhren nach der Gruppenphase wieder nach Hause.

  Heim GastErgebnis   
Finalrunde Gr. 212.06.GUS / Russland GUS / Russland-Deutschland Deutschland1:1 (0:0)
Finalrunde Gr. 215.06.Deutschland Deutschland-Schottland Schottland2:0 (1:0)
Finalrunde Gr. 218.06.Deutschland Deutschland-Niederlande Niederlande1:3 (0:2)
Halbfinale21.06.Schweden Schweden-Deutschland Deutschland2:3 (0:1)
Finale26.06.Dänemark Dänemark-Deutschland Deutschland2:0 (1:0)

In der Gruppe 2 sahen die Fußballfans einen 1:0-Sieg der Niederlande gegen Außenseiter Schottland. Deutschland hingegen kam gegen die Sowjetunion, die unter der politischen Bezeichnung GUS antrat, nicht über ein 1:1 zum Start hinweg. Gleiches galt dann aber glücklicherweise auch für Oranje (0:0), während die DFB-Auswahl sich am zweiten Spieltag gegen die Bravehearts durchsetzte. Es folgte eine 1:3-Klatsche gegen den Erzrivalen aus Holland, weswegen die Deutschen von Glück sagen konnten, dass Schottland die GUS im Parallelspiel 3:0 besiegte. Hätten die Russen gewonnen, wäre für die deutsche Elf bereits nach der Gruppenphase Feierabend gewesen. So aber zog man gemeinsam mit den Niederlanden ins Halbfinale ein.

Und das hatte es in sich! Es ging für Deutschland gegen Schweden. In einer rassigen und spannenden Partie setzten sich die Adlerträger hier mit 3:2 durch. Noch ein wenig mehr Thrill hatte das Duell zwischen Dänemark und den Niederlanden zu bieten, in dem die Skandinavier ihren Fast-Heimvorteil nutzten. Zwei Mal brachte Hendrik Larsen die Dänen in Führung, Holland erzwang durch Frank Rijkaard vier Minuten vor dem Ende eine Verlängerung. Dort passierte nichts mehr, also musste ein Elfmeterschießen die Entscheidung bringen. Ausgerechnet Topstürmer Marco van Basten trug sich hier als Fehlschütze ein. Als dann Kim Christofte den fünften Elfer für die Skandinavier verwandelte, war die Überraschung perfekt: Dänemark stand im EM-Finale 1992!

EM-Sieger Dänemark: Ein Titel für die Fußball-Historie

Der Däne Brian Laudrup mit dem Europameisterpokal 1992 in Gothenburg.(Foto AFP)
Der Däne Brian Laudrup mit dem Europameisterpokal 1992 in Gothenburg.(Foto AFP)

Das Team von Richard Möller Nielsen war bereit. Von einer bekannten Fastfood-Kette und direkt aus dem Urlaub ging es ins große Endspiel. Diese Leichtigkeit, hier ohnehin nur als krasser Außenseiter anzutreten, verlieh Dänemark auch im Finale Flügel. Was hatten die Dänen am 26. Juni 1992 im Ullevi Stadion zu Göteborg schließlich zu verlieren? Die Sensation nahm jedenfalls ihren Lauf, als John Jensen schon nach 18 Minuten die 1:0-Führung erzielte. Das verunsicherte die deutsche Nationalmannschaft zusehends. Man haderte mit sich, mit den Mitspielern. Es klappte nichts, nichts lief zusammen. Dänemark erkannte das. Und eine knappe Viertelstunde vor dem Abpfiff machte Kim Vilfort dann den Deckel drauf (78.). Die DFB-Auswahl mag ja in ihrer Geschichte so manche verloren geglaubte Partie noch gedreht haben. Dieses Mal nicht. Dänemark war zum ersten Mal in der Geschichte Europameister!

Die deutsche Nationalmannschaft bei der Fußball-EM 1992

Der Auftritt der deutschen Elf bei der Euro 1992 in Schweden wird hauptsächlich deswegen im Gedächtnis bleiben, weil eine durchwachsene Vorstellung der Adlerträger im EM-Finale 92 Dänemark zum Überraschungssieger machte. Ansonsten war dieses Turnier ganz gewiss nicht das stärkste in der Länderspielgeschichte. Und das, obwohl Deutschland als Weltmeister ins Rennen ging. Bundestrainer Berti Vogts, der Weltmeister Franz Beckenbauer nach der WM 1990 abgelöst hatte, stand direkt im Fokus der Kritik. Im Grunde genommen wäre der EM-Titel für Deutschland auch nicht verdient gewesen. Denn das Weiterkommen in der Gruppe war schon reichlich glücklich. Und ein 1:3 gegen die Niederlande spricht Bände.

Mathias Sammer (L) und der Däne John Jensen beim EM-Finale am 26. Juni 1992 in Gothenburg. (Foto AFP)
Mathias Sammer (L) und der Däne John Jensen beim EM-Finale am 26. Juni 1992 in Gothenburg. (Foto AFP)

Das damalige Deutschland-Trikot verzichtete im Gegensatz zum WM-Trikot zwei Jahre zuvor auf die Farben der Nationalflagge quer über die Brust. Stattdessen wurden diese nun nur noch auf den Ärmeln und sehr dezent am Halsausschnitt abgebildet. Das Auswärtstrikot kam nach der sehr blassgrünen Variante von 1990 nun in einem satten, dunklen Türkisgrün daher – ansonsten unterschied es sich nicht vom Design des deutschen Heimtrikots 1992. Eine entscheidende Änderung gab es allerdings dann doch noch: Erstmals wurden bei der EM 1992 nämlich die Namen der Spieler auf die Rückseite der Trikots geflockt.

TorwartVereinSpieleToreVorl.
Bodo Illgner1. FC Köln500
Andreas Köpke1. FC Nürnberg000
AbwehrVereinSpieleToreVorl.
Jürgen KohlerJuventus Turin500
Thomas HelmerBayern München301
Andreas BrehmeReal Saragossa500
Stefan ReuterBorussia Dortmund400
Manfred BinzEintracht Frankfurt300
Christian WörnsBayer Leverkusen000
Michael FrontzeckVfB Stuttgart100
Michael SchulzBorussia Dortmund100
MittelfeldVereinSpieleToreVorl.
Guido BuchwaldVfB Stuttgart400
Thomas HäßlerAS Rom521
Stefan EffenbergAC Florenz510
Matthias SammerBorussia Dortmund401
AngriffVereinSpieleToreVorl.
Jürgen KlinsmannAS Monaco510
Thomas DollLazio Rom400
Karlheinz RiedleLazio Rom530
Andreas ThomBayer Leverkusen100
Rudi VöllerOlympique Marseille100